Kirchen und Kapellen

Pfarrkirche St. Gertrud (Oedingen)

Oedingen entwickelte sich um die Jahrhundertwende, die bisherige Pfarrkirche wurde zu klein. Nach langjährigen Kollekten, Spenden und sonstigen Sammlungen hatte sich die beachtliche Summe von 15.000 Mark im Kirchbaufonds angesammelt. Diese Summe reichte dem Kirchenvorstand um am 03. Dezember 1907 den Neubau der Gertrudiskirche mit einem Kostenvoranschlag von 23.750 Mark zu beschließen. Schon ein Jahr später, im November 1908, wurde der Grundstein zur neuen Kirche gelegt. Die Bauleitung übernahm der Architekt J. Stumpf aus Bonn, der weit und breit für seine neugotischen Kirchbau-Schöpfungen bekannt war. Mit der Oedinger Pfarrkirche verwirklichte er sein letztes Projekt. Am 3. Oktober 1909 wurde die inzwischen fertig erbaute Gertrudiskirche von Pfarrer Dr. Cöln eingeweiht. Die feierliche Konsekrierung erfolgte am 11. Juli 1911 durch Weihbischof Karl Ernst Schrod. Es wurde für die Oedinger ein außergewöhnlicher, erlebnisreicher Festtag. Sie waren stolz auf ihre Kirche, natürlich auch in Gedanken an die Opfer, Spenden und persönlichen Eigenleistungen, die den Neubau erst möglich machten.

Pfarrkirche St. Joh. Nepomuk (Kripp)

Die 1903 eingeweihte Kirche wurde gebaut aus Ziegelsteinen, die im Kripper Ringofen hergestellt wurden. 

Finanziert wurde sie aus dem Nachlass von Pfarrer Lenzen, der Weihnachten 1861 bei einem Eisgang auf dem Rhein in lebensbedrohliche Not dieses Gelübde abgelegt hatte. Aus der alten Kapelle wurden die barocke Kanzel und das Standbild mit der Einfassung des hl. Johannes Nepomuk übernommen.

Die Hochaltäre wurden vom Kripper Kunstschreiner. Kleinschmittchen genschnitzt. Altar und Ambo wurden 1992 von Niederbreitbacher Bildhauer Rams neu gestaltet. Die Fenster sind vom Trierer Künstler Jakob Schwarzkopf. Sie ersetzen Fenster, die bei einem Bombenangriff 1945 zu Bruch gingen. Erwähnenswert ist noch die Kripper Schwarze Madonna an der vorderen Mittelsäule. 

Pfarrkirche St. Laurentius (Oberwinter)

Die Laurentiuskirche wurde bereits im 11. Jahrhundert als romanische Landkirche errichtet. 1131 wird sie erstmals in einer päpstlichen Urkunde erwähnt. An den Kirchenraum wurde um 1500 der heute noch stehende gotische Chor angebaut. Er verfügt über ein reiches, elegantes Sterngewölbe.
Nach Plänen des bekannten Kirchenbaumeisters Vinzenz Statz wurde 1865 ein neues Mittelschiff mit zwei Seitenschiffen an den alten Chor angebaut. Der neugotische Anbau nimmt in seiner Ausgestaltung sensibel die Formensprache des alten Chores auf, so dass ein harmonisches Ganzes entstanden ist.
Die Chorfenster, die in den frühen 1950er Jahren als Ersatz für die kriegszerstörten Scheiben beschafft wurden, erzählen in leuchtenden Farben u.a. vom Leben und Märtyrertod des Kirchenpatrons. Im südlichen Seitenschiff befindet sich seit 1891 die Taufkapelle mit dem romanischen Taufstein aus Basaltlava, der aus der Zeit vor 1250 stammt. Er ist das älteste Ausstattungsstück der Kirche.

Pfarrkirche St. Remigius (Unkelbach)


Das dominierende Wahrzeichen des Ortes Unkelbach ist die heutige Pfarrkirche “Sankt Remigius”.
Um 1200 wurde eine Dorfkapelle errichtet, welche für die um die Jahrhundertwende 530 Seelen zählende Gemeinde zu klein wurde. So entschloss sich die Pfarrgemeinde zu einem Neubau. Dieser wurde 1899 begonnen und 1903 seiner Bestimmung übergeben.
1967 wurden der Dachstuhl und der Glockenturm renoviert.
Von 1997 bis 1999 wurde der Innen- und Altarraum mit hohem Aufwand neugestaltet.
Die Kirche weist zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf. Besonders hervorzuheben ist die in einem Schrein ausgestellte um 1250 geschnitzte Mutter Gottes, sowie das im Jahre 1660 errichtete Pestkreuz. Auch im Jahre 1660 begannen die Unkelbacher mit der alljährlichen Tradition der Bornhofenwallfahrt.
In dem 1863 errichteten ehemalige Pfarrhaus sind heute die Gemeinderäume und die (KÖB) Bücherei untergebracht.

Pfarrkirche St. Peter und Paul (Remagen)

Urkundlich erwähnt wird die auf den Relikten eines römischen Steinkastells errichtete romanisch-gotische Kirche erstmals im Jahre 1003. In den Jahren 1843-1845 wurde die Kirche nach Plänen des Architekten A.C. Pickel renoviert und in den Jahren 1900-1902 erweitert durch den Anbau einer im neuromanischen Stil errichteten Basilika.
Das zweifellos bedeutendste Meisterwerk in der alten Pfarrkirche ist das um 1500 errichtete spätgotische Sakramentshäuschen. Im neuromanischen Anbau befinden sich u.a. der Hauptaltar aus dem Jahre 1240, die barocken Holzfiguren der Pfarrpatrone Hl. Apostel Petrus und Paulus und das in der Vorhalle befindliche aus dem 15. Jahrhundert stammende heilige Grab
Erwähnenswert im Außenbereich ist das um 1180 entstandene spätromanische Pfarrhoftor mit Flachreliefs heidnischer und christlicher Darstellungen.
(St. Peter und Paul Remagen/Rhein, Regensburg, 1998)

Kapelle St. Gertrudis (Oedingen)

Die als „Filialkirche der Mutterkirche Remagen“ bezeichnete Kapelle ist vermutlich um 1200 erbaut worden, sie wird aber erstmals 1412 urkundlich erwähnt. Die Kirche ist ein einschiffiger, romanischer Bau mit quadratischem Westturm, kurzem Schiff und dreiseitig schließendem Chor. Die Kapelle ist 13 m lang und 4,15 m breit. Nördlich an den Chorraum ist eine rechteckige Sakristei angebaut. Besonders hervorstechend sind Fresken aus dem frühen 13. Jahrhundert, die einst übertüncht, heute aber gut restauriert über dem Altar den Innenraum aufwerten. Das Sterngewölbe mit gekehlten Rippen ruht auf 6 Pfeilerkonsolen mit gut gearbeiteten Bildern der Apostel Petrus, Jakobus des Älteren, Andreas, Bartholomäus, Johannes und Paulus. Am Turm sind Sandsteinquaderecken sichtbar. Die Kirche wurde 1645 konsekriert. Von 1847 bis 1908 war sie Pfarrkirche der selbständigen Pfarrei Oedingen, seit 1908 Friedhofskapelle. Die Denkmalgeschütze Kirche wurde 1960 und 1995 in Teilabschnitten renoviert. Regelmäßig finden sehr beliebte Nachtgebete statt.

Kapelle St. Maria „in der Lee“ (Remagen)

Auf dem Weg zum Apollinarisberg, an der Ecke Leepfad/Fürstenbergstrasse steht die in den vergangenen Jahren restaurierte Marienkapelle. Bei der Kapelle handelt es sich um einen ursprünglich steinsichtig belassenen neugotischen Bruchsteinbau. Die Kapelle ist ein Ort des privaten Gebetes, Pflege und Erhalt waren und sind ein Anliegen der Nachbarschaft der sie umgebenden Straßen, die erfolgten Restaurierungen sind privaten Initiativen zu verdanken, unterstützt durch die kirchliche und staatliche Denkmalpflege, die Pfarrgemeinde, die Stadt Remagen und den Verschönerungsverein. 

(Dr. Michael Schmitz, St. Maria in der Lee, Remagen, 2012)